Mehrere Grossbanken haben zum November die Preise fuer die Kontofuehrung erhoeht - teils zum zweiten Mal binnen zwei Jahren. Filialkunden zahlen jetzt haeufig zwischen 5 und 15 € im Monat, waehrend Direktbanken grossteils weiter kostenlos bleiben. Wer die Preisliste seines Kontos nicht kennt, zahlt im Zweifel mehrere hundert Euro im Jahr zu viel.
Was sich aendert
Die Erhoehungen laufen nach einem aehnlichen Muster: Klassische Filialkonten werden teurer oder in neue Leistungspakete ueberfuehrt, in denen Bargeldservices und persoenliche Betreuung eingepreist sind. Wer die Paketform nicht aktiv ablehnt, rutscht automatisch in den teureren Tarif. Die Mitteilungen der Banken dazu verstecken sich haeufig in langen Aenderungsschreiben, die zwei Monate vor dem Wirksamwerden versendet werden.
Als Begruendung nennen die Institute hoehere Kosten fuer Filialen, Regulierung und Bargeldlogistik. Gleichzeitig bauen viele Banken ihre Filialnetze weiter ab - Kunden zahlen also fuer eine Servicequalitaet, die es oertlich immer seltener gibt. Kritische Verbraucherschuetzer verweisen darauf, dass ein Girokonto heute technisch kaum teurer zu betreuen ist als vor fuenf Jahren.
Beobachtbar ist auch ein Muster bei den Betroffenen: Klassische Filialkunden mit langen Kundenverhaeltnissen zahlen die hoechsten Aufschlaege, weil sie seltener wechseln und Institute die Bindung einpreisen. Neukunden bekommen dagegen oft Startpakete mit gebuehrenfreien ersten zwei Jahren, Wechselpraemien und kostenlosen Kreditkarten. Wer als Bestandskunde diese Unterschiede kennt, kann sie im Gespraech nutzen - das konkurrierende Angebot eines anderen Instituts ist dabei ein besseres Argument als jeder Protest.
Die Gebuehren im Ueberblick
Diese Spannen sind im November 2026 fuer Standardkonten ueblich:
| Kontotyp | Typische Monatsgebuehr 2026 |
|---|---|
| Filialkonto Grossbank | 5 bis 15 € |
| Filialkonto Sparkasse | 4 bis 12 € |
| Direktbank | 0 bis 5 € |
| Konto mit Bargeld-Paket | 9 bis 20 € |
Dazu kommen oft Zusatzkosten: Gebuehren fuer fremde Geldautomaten von 2 bis 5 € je Abhebung, Jahrespreise fuer Kreditkarten von 20 bis 60 € und Auslandseinsatzentgelte von 1 bis 2 Prozent. Diese Nebenkosten machen in der Praxis oft mehr aus als die reine Kontofuehrung.
Ein Rechenbeispiel: Ein Filialkonto mit 12 € Monatsgebuehr, einer Kreditkarte fuer 30 € im Jahr und durchschnittlich zwei Fremdautomat-Abhebungen pro Monat fuer je 3,50 € kostet rund 246 € im Jahr. Ein Direktkonto mit 0 € Kontofuehrung, kostenloser Karte und grossem Automatennetz kommt auf nahezu 0 €. Wer diese drei Posten einmal sauber aufschreibt, sieht sofort, welche Position beim Wechsel wirklich zaehlt. Die Differenz von fast 250 € im Jahr ist damit eine der groessten ungenutzten Sparpositionen im Finanzalltag.
Verhandeln, Wechseln, Kombinieren
Vor dem Wechsel lohnt ein Gespraech mit der eigenen Bank - oder zumindest ein Blick in die Online-Filiale, denn fast jede Bank fuehrt ein guenstigeres Kontomodell, das nicht aktiv angeboten wird. Diese Optionen stehen zur Verfuegung:
Wichtig ist die Reihenfolge: Erst das eigene Kontomodell pruefen, dann die Gebuehrenstruktur vergleichen, erst danach wechseln. Wer sofort kuendigt, verliert Zeit und riskiert, ohne funktionierenden Dauerauftrag dazustehen. Der offizielle Kontowechselservice uebertraegt Bezugsberechtigungen, Dauerauftraege und Guthaben in einem Durchlauf; die Aufloesung des alten Kontos folgt erst, wenn beim neuen Anbieter alles laeuft. Wer so vorgeht, wechselt ohne Unterbrechung - vom Gehaltseingang bis zur Kartenzahlung.
Nach dem Wechsel gilt: Zwei Monate lang beide Konten im Blick behalten. Vergessene Lastschriften zeigen sich schnell, Dauerauftraege lassen sich im neuen Banking in Minuten kontrollieren. Die alte Karte wird erst entsorgt, wenn alle gewohnten Abbuchungen sicher laufen - und die bisherige Bank sollte um eine schriftliche Bestaetigung der Aufloesung gebeten werden, damit keine Rueckbuchungsfragen offen bleiben.
Wer es besonders bequem mag, startet den Wechsel Anfang eines Quartals: Gehaltseingaenge, Miete und Dauerauftraege lassen sich dann an einer klaren Datumsgrenze umziehen, und die Uebergangsphase bleibt uebersichtlich. Viele Banken zahlen die Wechselpraemie ausserdem nur bei vollstaendigem Umzug inklusive Gehaltseingang - wer das vorab prueft, vermeidet leere Versprechen und hat den Termin fuer die Praemie sicher.
- Preismodell wechseln: Viele Banken haben guenstige Online-Varianten im Portfolio, die per Formular oder Chat aktivierbar sind.
- Bargeldstrategie anpassen: Abhebungen auf Automaten des eigenen Bankenverbunds konzentrieren und Fremdgebuehren meiden.
- Wechselpraemie nutzen: Neue Anbieter zahlen derzeit 50 bis 150 € fuer einen vollstaendigen Umzug inklusive Dauerauftraegen.
- Zweitkonto pruefen: Fuer Auslandseinsatz und Kartenzahlungen ist ein gebuehrenfreies Direktkonto oft die bessere Basis.
So gehen Sie in drei Schritten vor
- Letzte Preisliste der Bank heraussuchen und alle Gebuehren eines Monats addieren - inklusive Kartengebuehren und Automat-Einsaetzen.
- Guenstigeres Modell der eigenen Bank anfragen; das geht schriftlich, im Chat oder in der Filiale.
- Nach vier Wochen ohne zufriedenstellendes Ergebnis: Konto wechseln und den Kontowechselservice des neuen Anbieters nutzen - er uebertraegt Dauerauftraege und Lastschriften automatisch.
Häufige Fragen
Wie viel Kontofuehrung ist normal?
Fuer ein reines Online-Konto zwischen 0 und 5 € im Monat, fuer Filialkonten mit persoenlicher Betreuung 5 bis 15 €. Alles darueber sollten konkrete Zusatzleistungen wie Bargeldpakete, Reiseversicherungen oder gebuehrenfreie Abhebungen im Ausland rechtfertigen.
Darf die Bank einfach die Preise erhoehen?
Ja, wenn eine entsprechende Aenderungsklausel im Vertrag steht. Die Bank muss die Erhoehung aber mindestens zwei Monate vorher mitteilen; danach haben Kunden ein Sonderkuendigungsrecht, ohne die sonst uebliche Frist abwarten zu muessen.
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